Drei Energiefelder

Christoph Hochhäuslers "La Mort viendra" ist ein heißkalter Neo-Noir in einer unlesbaren Stadt. Im Kino mit Lukas Foerster

Wenn ich ernst sein könnte

Vorwort zu Rabih Alameddines "Die wirklich wahre Geschichte von Radscha, dem Gutgläubigen". Von Angela Schader

IM KINO

Tropfende Ekstase

18.03.2026. "Ist das so etwas wie ein Hobby?" Dezidiert kleinformatig ist Bradley Coopers famoser neuer Film geraten. In "Is This Thing On?" nähert er sich mit viel Feingefühl und Neugier einem Ü50-jährigen, der sich auf Stand-Up-Comedy-Bühnen erprobt. Von Kamil Moll. Mehr...

INTERVENTION

Disput am Tisch

18.03.2026. Zwischen dem Land des Despoten und allen anderen Ländern müsste eine Wüste liegen. Zu spät. Vor hundert Jahren wäre es noch möglich gewesen, den Despoten zu isolieren. Stattdessen wurde er umschmeichelt, man ließ sich auf Geschäfte ein mit ihm im Glauben, das stimme ihn mild. Doch ewig wird es nicht so bleiben, die Abnutzung kommt... Von Lacy Kornitzer. Mehr...

BÜCHERSCHAU DES TAGES

Exquisite Empfindlichkeit

18.03.2026. Die FR bewundert, wie Ursula Le Guin aus Vergils stummer "Trophäenbraut" Lavinia eine selbstbewusste Königstochter macht. Die taz streift mit Elli Unruh durch die kasachische Steppe und trifft eine Familie von mennonitischen Russlanddeutschen. Die FAZ ist rundum begeistert von Elias Hirschls Roman "Schleifen", der Fakt und Fiktion auf brillante Weise verknüpft. Dlf Kultur taucht gerne in die traumartige Logik Ben Lerners ein, dessen Roman-Kosmos von Smartphones über die Pandemie bis zur Glaskunst reicht.  Mehr...

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Lieben- und Nichtliebenkönnen

18.03.2026. Banksy ist (vielleicht) enttarnt, jetzt streiten die Feuilletons, ob das eine gute Sache ist. Der Tagesspiegel meint klar: nein, die SZ ist sich nicht so sicher. Die FAZ taucht in  Frankfurt in die Wellen des Strands von Etretat, der zahlreiche Maler inspirierte. Außerdem unterhält sie sich mit dem Buchpreisträger Miljenko Jergović über Literatur und Kriegserfahrung. Die taz erklärt, warum Paolo Sorrentinos wunderschön fotografierter Film "La Grazia" über einen Machtpolitiker problematisch ist. Mehr...

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

Solches Digitaldenken ist toxisch

18.03.2026. Ekrem İmamoğlu soll nach dem Willen der türkischen Staatsanwaltschaft zweitausend Jahre in Haft. Im Briefinterview mit der SZ gibt er sich optimistisch: Die Türkei könne noch eine demokratische Vorreiterrolle in der Welt spielen. Im Libanon überlebt die Hisbollah, weil die Schiiten keine demokratische Alternative finden, meint in der taz der politische Ökonom Joseph Daher. In der FR sieht WDR-Redakteur Arnd Henze Heilige Krieger des Christentums für die US-Armee marschieren. Im Guardian fürchtet die Autorin Ana Schnabl, dass es nach den Wahlen in Slowenien eine rechte Regierung mehr in Europa geben wird. Mehr...

MAGAZINRUNDSCHAU

Armee untoter Code-Gespenster

17.03.2026. Reuters ruft David Jones ein freundliches "Hallo Banksy" zu. Die New York Times beobachtet amüsiert, wie Coder plötzlich kommunizieren müssen. In Meduza erklärt der russische Lehrer Pavel Talankin, warum in einer Diktatur der offene Käfig das größte Gefängnis ist. HVG überlegt, wie man eine Einmischung Russlands in den ungarischen Wahlkampf neutralisiert. Der New Yorker erklärt, warum man ohne Geld einen Krieg verliert, ihn mit Geld aber nicht unbedingt gewinnt. Mehr...

EIN WORT GIBT DAS ANDERE

Das Staatsbürgerliche der eigenen Existenz

13.03.2026. In der Urania unterhielten sich Roderich Kiesewetter und Christian Mölling, beides Experten, beide sehr ernst, über den drohenden Krieg. Sie stecken in einem Dilemma: wie ist dem deutschen Michel und seiner Schwester, die nach Jahrzehnten entsprechender Sozialisierung zu äußerster Harmlosigkeit herangereift sind, die Dringlichkeit der Lage bewusst zu machen? Von Elke Schmitter. Mehr...

VORWORTE

"Wenn ich ernst sein könnte, dann wäre ich ernst"

12.03.2026. Die Themen, die sein Werk umkreist, sind gewichtig genug. Libanons traumatische Geschichte; Homosexualität und Aids-Epidemie; Flüchtlingskrise; Figuren, die vom Leben an den Rand gedrängt werden. Rabih Alameddine geht diese Stoffe couragiert und eigenwillig, mit Ironie und Witz an, riskiert dabei auch mal einen Misston. Doch sein jüngster, in den USA mit dem National Book Award gekrönter Roman ist zum Triumph geraten. Von Angela Schader. Mehr...

FOTOLOT

Kleine Brötchen

10.03.2026. Wie schafft man es als neuer Fotograf, wahrgenommen zu werden? Der Betrieb wirkt derart abgeriegelt, dass kaum noch Eingänge zu finden sind. Gerade mal alle paar Jahre schafft es ein Talent, all die bürokratischen Hürden, die kunstfernen Richtlinien bei der Förderung, die bescheidenden Verhältnisse an den (Fach-)Hochschulen, bei denen es meist nur zu einer soliden Grundausbildung reicht, zu überstehen und sichtbar zu bleiben. Von Peter Truschner. Mehr...

INTERVENTION

Wunsch nach Orientierung

09.03.2026. Kaum hatten die Feuilletons die Diskussion um die Berlinale und ihre Chefin Tricia Tuttle verkraftet, mussten sie sich einer neuen Herausforderung stellen: Der zuverlässig instinktlos agierende Kulturminister Wolfram Weimer hatte ein paar harmlose linke Buchläden von einer Preisliste gestrichen, die eine willkommene kleine Subvention mit sich bringt. Kuriosität am Rande: Einst waren Buchhandlungen stolz darauf, keine Staatsgelder zu wollen. Von Peter Mathews. Mehr...

VORGEBLÄTTERT

Ulli Kulke, Reinhard Mohr (Hrsg.): "Wenn das Denken die Richtung ändert"

03.03.2026. Sich als links Lesende haben eine Hauptbeschäftigung: Sie definieren, wer "rechts" ist. Die so produzierte Geografie ist in den Köpfen zur Mentalität geworden. Einige deutsche Intellektuelle wie Henryk M. Broder, Reinhard Mohr, Monika Maron, Peter Schneider erzählen in dem Band "Wenn das Denken die Richtung ändert", warum es ihnen nicht mehr sinnvoll erscheint, sich "links" zu verorten. Aus dem Band veröffentlichen wir Ulrike Ackermanns autobiografischen Essay "Einmal Dissident, immer Dissident?" Sie erzählt, wie die westliche Linke seit 1968 in ihren Augen intellektuell verkümmerte. Und "dass die Linke antitotalitäre Impulse und Traditionslinien mehrheitlich verachtete oder totschwieg, habe ich ihr nie verziehen". Mehr...

IN EIGENER SACHE

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

18.12.2025. Der Perlentaucher hat inzwischen 110.543 Rezensionsnotizen zu 67.013 Büchern. Wir spiegeln die qualifizierte literarische Öffentlichkeit dieses Jahrhunderts. Zuverlässige Information ist gerade in unzuverlässigen Zeiten wichtig: Wir machen seit dem dem 15. März 2000 eine tägliche Feuilleton-Presseschau. 500.000 verschiedene Menschen besuchen den Perlentaucher monatlich mindestens einmal. Besonders danken möchten wir 2.000 unter ihnen, die uns monatlich mit einem  freiwilligen "Abo" unterstützen.  Von Thierry Chervel. Mehr...

SPENDEN

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24.11.2021. Der Perlentaucher bietet seinen Service für die Leser kostenlos und möchte dabei bleiben. Falls Sie uns unterstützen mögen - regelmäßig oder einmalig - freuen wir uns! Hier finden Sie verschiedene Möglichkeiten. Mehr...

Beliebte Bücher

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