Wenn ich ernst sein könnte

Vorwort zu Rabih Alameddines "Die wirklich wahre Geschichte von Radscha, dem Gutgläubigen". Von Angela Schader

Köstlich befellmützt

Kristof Magnussons spannender Agentenroman. Dorota Maslowskas Paradies in einer Warschauer Mietskaserne. Nila über Iran. Bruno Balz. Bücherbrief

BÜCHERSCHAU DES TAGES

Am Ende wird ein Mensch sichtbar

12.03.2026. Die FAZ schmökert in Pierre Michons "Wintermythologien", die Religiöses mit Irdischem verbinden: erstklassige Literatur, lobt sie. Außerdem vertieft sie sich in Joscijka Abels historischen Roman über den Architekten Bernardo Rossellino und die Welt der Frührenaissance. Die NZZ ist begeistert von den Memoiren Liza Minellis, die von ihrer komplizierten Beziehung zur Mutter Judy Garland erzählen. Dlf gibt sich dem "großen Assoziations- und Sprachstrom" hin, den Laura Freudenthaler in ihrem Roman "Iris" erschafft. Die Notizen zur Zeit-Beilage finden Sie hier. Mehr...

VORWORTE

"Wenn ich ernst sein könnte, dann wäre ich ernst"

12.03.2026. Die Themen, die sein Werk umkreist, sind gewichtig genug. Libanons traumatische Geschichte; Homosexualität und Aids-Epidemie; Flüchtlingskrise; Figuren, die vom Leben an den Rand gedrängt werden. Rabih Alameddine geht diese Stoffe couragiert und eigenwillig, mit Ironie und Witz an, riskiert dabei auch mal einen Misston. Doch sein jüngster, in den USA mit dem National Book Award gekrönter Roman ist zum Triumph geraten. Von Angela Schader. Mehr...

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Wir bleiben im Erdgeschoss

12.03.2026. Bei der Biennale sollte die Kunst zählen und nicht der Pass, findet die Zeit mit Blick auf Russland. Die NZZ findet das naiv. Olesia Ostrovska, Direktorin des Kunstarsenals in Kiew, erzählt in der SZ, wie sich Museen in der Ukraine auf die Kriegsinvaliden einstellen. Die Filmkritiker begeistern sich für Mona Fastvolds "The Testament of Ann Lee" über die Gründerin der Shaker. Die FAZ schwärmt in Dessau von Sebastian Webers unwahrscheinlicher Fusion von Stepptanz und zeitgenössischem Tanz. Mehr...

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

Es ist eine erlernte Hilflosigkeit

12.03.2026. In der FR kritisiert Maryam Rajavi, vom in Paris sitzenden "Nationaler Widerstandsrat Iran", die Bombardierung des Irans: Das Volk müsse sich selbst erheben. In der taz hofft die iranische Filmemacherin Narges Kalhor hingegen, dass die Bomben genau dabei helfen. In der Zeit will die Menschenrechtsaktivistin Swetlana Gannuschkina die Russen nicht aus ihrer Verantwortung für den Ukrainekrieg entlassen. In der FAZ erinnert Volker Meyer-Guckel vor normativen Überformungen der Wissenschaften: Das kann bei neuen Machtverhältnissen nach hinten losgehen. Und: Die Wolfram-Weimer-Debatte geht weiter. Jetzt soll der Kulturstaatsminister in der Affäre um den Buchhandelspreis auch noch gelogen haben, stöhnen FAZ, SZ und taz. Mehr...

IM KINO

Durch eine Laune des Cine-Gottes

11.03.2026. Auch Namedropping will gekonnt sein. Richard Linklater arbeitet sich in "Nouvelle Vague" durch einen regelrechten Dschungel an cinephil wohlklingenden Namen und filmhistorischem Trivia-Wissen. Und hat trotzdem einen ästhetisch autarken Film gedreht. Von Lukas Foerster. Mehr...

FOTOLOT

Kleine Brötchen

10.03.2026. Wie schafft man es als neuer Fotograf, wahrgenommen zu werden? Der Betrieb wirkt derart abgeriegelt, dass kaum noch Eingänge zu finden sind. Gerade mal alle paar Jahre schafft es ein Talent, all die bürokratischen Hürden, die kunstfernen Richtlinien bei der Förderung, die bescheidenden Verhältnisse an den (Fach-)Hochschulen, bei denen es meist nur zu einer soliden Grundausbildung reicht, zu überstehen und sichtbar zu bleiben. Von Peter Truschner. Mehr...

MAGAZINRUNDSCHAU

Was das Meer nicht will

10.03.2026. Der Guardian porträtiert den starken Mann und wahren Herrscher Libyens Khalifa Haftar. Kann die Trump-Regierung wirklich als Faschismus beschrieben werden? Im Merkur plädiert Patrick Eiden-Offe eher für "Faschisierung". Die New York Times erzählt die Geschichte der afghanischen Zero Units. In La Regle du Jeu lässt BHL noch einmal António Lobo Antunes zu Wort kommen. Die London Review fragt sich, wie Autismusdiagnosen innerhalb von 40 Jahren 5 pro 10.000 Menschen auf heute etwa 1 pro 100 steigen konnten. Und der New Yorker untersucht den Boom Klassischer Philologie in China. Mehr...

INTERVENTION

Wunsch nach Orientierung

09.03.2026. Kaum hatten die Feuilletons die Diskussion um die Berlinale und ihre Chefin Tricia Tuttle verkraftet, mussten sie sich einer neuen Herausforderung stellen: Der zuverlässig instinktlos agierende Kulturminister Wolfram Weimer hatte ein paar harmlose linke Buchläden von einer Preisliste gestrichen, die eine willkommene kleine Subvention mit sich bringt. Kuriosität am Rande: Einst waren Buchhandlungen stolz darauf, keine Staatsgelder zu wollen. Von Peter Mathews. Mehr...

BÜCHERBRIEF

Köstlich befellmützt

09.03.2026. Wir stimmen uns auf den Frühling und die Leipziger Buchmesse ein: Kristof Magnussons spannender Agentenroman empfiehlt sich durch Drive und Witz. Dorota Maslowska findet das Paradies in einer Warschauer Mietskaserne, Nila setzt den Demonstranten im Iran ein Denkmal, Evan Osnos nimmt uns mit auf die Yachten der Superreichen, Norbert Gstrein erzählt in einem Jahrhundertroman von einem Mitläufer in den zwei Weltkriegen. Und Bruno Balz trällert dazu: Davon geht die Welt nicht unter. Mehr...

VORGEBLÄTTERT

Ulli Kulke, Reinhard Mohr (Hrsg.): "Wenn das Denken die Richtung ändert"

03.03.2026. Sich als links Lesende haben eine Hauptbeschäftigung: Sie definieren, wer "rechts" ist. Die so produzierte Geografie ist in den Köpfen zur Mentalität geworden. Einige deutsche Intellektuelle wie Henryk M. Broder, Reinhard Mohr, Monika Maron, Peter Schneider erzählen in dem Band "Wenn das Denken die Richtung ändert", warum es ihnen nicht mehr sinnvoll erscheint, sich "links" zu verorten. Aus dem Band veröffentlichen wir Ulrike Ackermanns autobiografischen Essay "Einmal Dissident, immer Dissident?" Sie erzählt, wie die westliche Linke seit 1968 in ihren Augen intellektuell verkümmerte. Und "dass die Linke antitotalitäre Impulse und Traditionslinien mehrheitlich verachtete oder totschwieg, habe ich ihr nie verziehen". Mehr...

VORWORTE

Und plötzlich hebt er ab

27.02.2026. Insbesondere mit seinen Romanen hat sich Ben Lerner im deutschen Sprachraum einen Namen gemacht. Teils autobiografisch grundiert, legen sie Perspektiven auf Gegenwartsthemen und auf die amerikanische Lebenswelt des Autors an und vermitteln sein Verständnis von Literatur, Kunst und Dichtung. Auch als Lyriker hat Lerner ein herausforderndes Œuvre vorgelegt - und es ist, als hätte dieser Geist auf neue Art Eingang in seinen jüngsten, überraschenden Roman gefunden. Von Angela Schader. Mehr...

INTERVENTION

Plädoyer für ein Russland-Tribunal

23.02.2026. Gewiss Wladimir Putin erkennt internationale Gerichtsbarkeit nicht an und meidet Länder, die ihn an den Internationalen Strafgerichtshof ausliefern würde. Das sollte demokratische Länder aber nicht davon abhalten, vier Jahre nach Beginn seines zweiten mörderischen Überfalls auf die Ukraine zumindest ein virtuelles Tribunal unter Einbeziehung kompetenter Rechtsgelehrter und Heranziehung aller Beweisquellen abzuhalten. Je eher sich ein solches Tribunal an völkerrechtliche Regularien hielte, desto effektiver würde es Putin und die Putinisten bloßstellen. Von Claus Leggewie. Mehr...

IN EIGENER SACHE

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

18.12.2025. Der Perlentaucher hat inzwischen 110.543 Rezensionsnotizen zu 67.013 Büchern. Wir spiegeln die qualifizierte literarische Öffentlichkeit dieses Jahrhunderts. Zuverlässige Information ist gerade in unzuverlässigen Zeiten wichtig: Wir machen seit dem dem 15. März 2000 eine tägliche Feuilleton-Presseschau. 500.000 verschiedene Menschen besuchen den Perlentaucher monatlich mindestens einmal. Besonders danken möchten wir 2.000 unter ihnen, die uns monatlich mit einem  freiwilligen "Abo" unterstützen.  Von Thierry Chervel. Mehr...

SPENDEN

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24.11.2021. Der Perlentaucher bietet seinen Service für die Leser kostenlos und möchte dabei bleiben. Falls Sie uns unterstützen mögen - regelmäßig oder einmalig - freuen wir uns! Hier finden Sie verschiedene Möglichkeiten. Mehr...