Seltsam ungreifbar

"Once Upon a Time in Gaza" der palästinensischen Regisseure Tarzan und Arab Nasser. Im Kino mit Benjamin Moldenhauer.

BÜCHERSCHAU DES TAGES

Zwischen Trauma und Nostalgie

14.02.2026. Die FAZ blickt mit Leon Englers Debütroman nachdenklich auf die "Botanik des Wahnsinns". Die FR lässt sich von Martin Schulze Wessel die Beziehungen zwischen Deutschland und der Ukraine seit dem 19. Jahrhundert erklären. Die Welt gerät mit Maja Iskras "Uppercut" im Belgrad der Neunziger zwischen Mobber und Gemobbte. Die taz liest Abbas Khiders "Der letzte Sommer der Tauben" wie eine Flaschenpost aus Afghanistan. Die FAS amüsiert sich mit Dario Ferraris "Die Pause ist vorbei" über eine Lusche, die als Doktorand in akademische Intrigen verwickelt wird. Die NZZ empfiehlt begeistert Fleur Jaeggys Essayband "Mutmaßliche Leben", biografische Skizzen zu Thomas de Quincey, John Keats und Marcel Schwob. Mehr...

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Berlin als Ankara und Hamburg als Istanbul

14.02.2026. Gesinnungsprüfung zum Gazakrieg bei der Berlinale: Braucht das jemand, fragt die SZ. Für Iraner interessiert sich dagegen keine Sau. Auch nicht für die Forderungen nach elementaren Freiheiten in Afghanistan, wie monopol in einer Ausstellung der afghanische Künstlerin KIMIA notiert. In der FAS wundert sich Ronya Othmann über die positive deutsche Resonanz auf die Buchmesse in Damaskus: die dschihadistische Literatur dort ist niemandem aufgefallen? Endlich mal wieder Kontroverse, freut sich die Welt, wenn Milo Rau bei den Hamburger Lessing-Tagen in einem "Prozess gegen Deutschland" ein AfD-Verbot diskutiert lässt. Mehr...

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

Unser Gefühl von Verlorenheit

14.02.2026. Heute wird in München die große Demo für den Iran stattfinden, so schlecht wären die Vroaussetzungen für einen Regime Change auch innerhalb des Landes nicht,  glaubt die taz. In den Tagen der Münchner Sicherheitskonferenz wird in den Zeitungen viel über die tektonischen Verschiebungen der letzten Jahre nachgedacht: Nach 1989 gehen Totalitarismus und Kapitalismus stillschweigend Hand in Hand, fürchtet der exilchinesische Autor Yang Lian in der FAZ. Europa muss neu über seine Souveränität nachdenken, meint Leander Scholz in der NZZ. Die FAS beschreibt, wie es sich die AfD im Komfort der Demokratie gemütlich macht. Mehr...

IM KINO

Alt, ungeil, immer zu Hause

10.02.2026. Sönke Wortmann kann das Social Engineering nicht lassen. In "Die Ältern", seinem neuen Streich, geht es gewohnt bonmotreich um Konflikte zwischen Gen Z und Generation Golf. Von Kamil Moll. Mehr...

VORGEBLÄTTERT

Susanne Heim: Die Abschottung der Welt

09.02.2026. Viele Juden versuchten in den 1930er Jahren verzweifelt, sich aus Nazi-Deutschland ins Ausland zu retten. Doch Aufnahme zu finden, wurde immer schwieriger. Auch auf der internationalen Konferenz von Evian 1938 konnten sich die teilnehmenden Staaten nicht auf Aufnahmekontingente einigen. Nach Kriegsbeginn flohen vor allem polnische Juden Richtung Osten in die Sowjetunion und später in den Iran, wo Margot Kupfer und ihr Mann landeten, nachdem sie erst ins sowjetische Jakutien deportiert worden waren. Eine Leseprobe aus Susanne Heims Buch "Die Abschottung der Welt".  Mehr...

MAGAZINRUNDSCHAU

Soll Jamie den Kanzler noch einmal anrufen?

10.02.2026.
Forbes fragt sich, wie der ehemalige Mathelehrer Jeffrey Epstein ein Vermögen von 600 Millionen Dollar ansammeln konnte. Der New Statesman versteht nicht, dass Labour nie auffiel, wie eng der britische Politiker Peter Mandelson und Epstein waren. Die NYT porträtiert den ehemaligen General und linken Politiker Yair Golan, der als einziger israelischer Politiker noch an eine Zweistaatenlösung zu glauben scheint. Der Merkur liest Peter Jelavichs Buch über Kunstfreiheit. Wired fragt sich, ob ICE eine Strategie hat oder nur dumm und brutal ist. Der New Yorker hört Joe Rogan.
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BÜCHERBRIEF

Finden Sie Ihre Madeleine!

09.02.2026. ... ermuntert ein Arzt die an Gedächtnisverlust leidende Heldin aus Leila Slimanis neuem hochgelobten Roman "Trag das Feuer weiter". Uns reicht es schon, wenn Sie sich einfach eine Madeleine schmecken lassen bei der Lektüre der besten Bücher, die wir diesen Monat für Sie ausgesucht haben: Etwa "Die andere Stadt", den jetzt erst in Deutsche übersetzten Roman des Tschechen Michal Avjat, der Miniatur-Elche und Meeresmonster durch ein mystisches Prag ziehen lässt. Wolfram Lotz hat derweil Träume aus ganz Europa zusammengetragen. Beste Gesellschaft sind die russischen Künstler, die Felix Philipp Ingold im Pariser Exil aufstöbert. Mehr...

FOTOLOT

Immer noch vermintes Gelände

30.01.2026. Noch ist Jahresanfang und genug Zeit für einen Ausblick auf kommende Ausstellungen: Südafrikanische FotografInnen stehen im Fokus. Die Berliner Galerie Stallmann zeigt (jetzt schon) die Fotografin Victoria Pidust. Und Pierre Huyghe durchstößt im Berghain die nach unten offene Banalitätsskala. Von Peter Truschner. Mehr...

TASCHENBÜCHERBRIEF

Taschenbücherbrief Januar 2026

24.01.2026. Im Taschenbuch-Januar stehen die Preisträgerinnen Schlange! Zu entdecken gibt es Martina Hefters buchpreisprämierten Roman "Hey, guten Morgen, wie geht's dir?". Oder "Die Achse der Autokraten" von Friedenspreisträgerin Anne Applebaum. Und nicht zuletzt den Roman "Griechischstunden" von Literaturnobelpreisträgerin Han Kang, empfohlen von Arnim Eisenhut. Dies alles und mehr in unseren besten Taschenbüchern des Monats Januar. Von Arnim Eisenhut. Mehr...

TAGTIGALL

Ein Ohrenmensch

27.01.2026. Am 2. Januar ist Ilma Rakusa, eine der grandes dames unter den Lyrikerinnen, Kritikerinnen und Übersetzerinnen, 80 Jahre alt geworden. Am 22. Januar 2026, fand im Berliner Haus für Poesie eine Feier für sie statt. Die Lyrikerin Anja Utler führte das Gespräch. Im Mittelpunkt stand Rakusas jüngster Band, "Wo bleibt das Licht. Tagebuchprosa", der 2025 im Literaturverlag Droschl erschien. Von Marie Luise Knott. Mehr...

INTERVENTION

Benennen und sprengen

21.01.2026. Gern wird beim Thema "Linke und Iran" auf Michel Foucaults begeisterte Äußerungen zur iranischen Revolution hingewiesen. Gut so, aber die deutsche Geschichte beginnt früher und war eher noch fataler. Und der Schulterschluss der Linken mit den iranischen Mullahs setzt sich auch lange nach der Revolution noch fort. Von Thierry Chervel. Mehr...

WO WIR NICHT SIND

Bekenntnis zur unbedingten Erinnerung

21.01.2026. Anatoli Kusnezows "Babyn Jar" ist vieles auf einmal: Roman, Dokument eines der grausamsten Judenmorde der Nazis im Zweiten Weltkrieg, aber auch eine Geschichte der Zensur. Denn der Roman durfte in der Sowjetunion nur bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt erscheinen. Kusnezow macht dies typografisch kenntlich. Vor allem ist der Roman jedoch Zeugnis der Naziherrschaft in der Ukraine, erzählt aus der Perspektive eines 12-Jährigen, der nie den Blick senkt. Von Benita Berthmann. Mehr...

BÜCHERBRIEF LIVE

Wie nervt man Elon Musk, Aya Jaff?

15.01.2026. In der neunten Folge unseres Podcasts stellen die Perlentaucher Benita Berthmann und Lukas Pazzini wieder Bücher vor, die sie besonders interessant fanden: Mit László Krasznahorkai erkunden wir den Wahnsinn seines über neunzigjährigen Protagonisten, der sich für den rechtmäßigen König von Ungarn hält. Mit Aya Jaff sprechen wir über die Gefahr, die von Broligarchen wie Elon Musk ausgeht und finden heraus, was wir selbst tun können, um den Tech Bros auf die Nerven zu gehen. Von Benita Berthmann, Lukas Pazzini. Mehr...

IN EIGENER SACHE

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

18.12.2025. Der Perlentaucher hat inzwischen 110.543 Rezensionsnotizen zu 67.013 Büchern. Wir spiegeln die qualifizierte literarische Öffentlichkeit dieses Jahrhunderts. Zuverlässige Information ist gerade in unzuverlässigen Zeiten wichtig: Wir machen seit dem dem 15. März 2000 eine tägliche Feuilleton-Presseschau. 500.000 verschiedene Menschen besuchen den Perlentaucher monatlich mindestens einmal. Besonders danken möchten wir 2.000 unter ihnen, die uns monatlich mit einem  freiwilligen "Abo" unterstützen.  Von Thierry Chervel. Mehr...

SPENDEN

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24.11.2021. Der Perlentaucher bietet seinen Service für die Leser kostenlos und möchte dabei bleiben. Falls Sie uns unterstützen mögen - regelmäßig oder einmalig - freuen wir uns! Hier finden Sie verschiedene Möglichkeiten. Mehr...

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Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…