Sonderbar belebt

Sonderbar entrückt ist die Welt, in der Bryan Fullers "Dust Bunny" spielt. Im Kino mit Nicolai Bühnemann

Auf dem Mars ein Spiegelei

Jill Lepore sprach bei den "Hegel lectures" über den "Artificial State". Ein Wort gibt das andere von Elke Schmitter

INTERVENTION

Plädoyer für ein Russland-Tribunal

23.02.2026. Gewiss Wladimir Putin erkennt internationale Gerichtsbarkeit nicht an und meidet Länder, die ihn an den Internationalen Strafgerichtshof ausliefern würde. Das sollte demokratische Länder aber nicht davon abhalten, vier Jahre nach Beginn seines zweiten mörderischen Überfalls auf die Ukraine zumindest ein virtuelles Tribunal unter Einbeziehung kompetenter Rechtsgelehrter und Heranziehung aller Beweisquellen abzuhalten. Je eher sich ein solches Tribunal an völkerrechtliche Regularien hielte, desto effektiver würde es Putin und die Putinisten bloßstellen. Von Claus Leggewie. Mehr...

TASCHENBÜCHERBRIEF

Taschenbücherbrief Februar 2026

22.02.2026. Kurt Prödel entspinnt in seiner Coming-of-Age Geschichte über den Außenseiter "Klapper" eine zarte Liebesgeschichte zwischen zwei Außenseitern. Lana Lux erzählt in "Geordnete Verhältnisse" mit Verve und dunklem Humor von der Anziehungskraft des Bösen. Clemens Meyer geht in "Die Projektoren" auf einen wilden Ritt durch das 20. Jahrhundert, von Jugoslawien, über Karl May bis zum NSU. Ines Geipel erzählt in "Fabelland" ihre persönliche geprägte Geschichte des Ostens.  Von Alice Fischer. Mehr...

BÜCHERSCHAU DES TAGES

Spiegelung verlorener Liebe

23.02.2026. Die FAZ lässt sich von Annika Scheffels Roman "Wanda" über ein ausgebüxtes Waisenmädchen und eine Bärin in den Bann schlagen. Von Evelyn De Vlieger lernt sie alles über Hühner-Anatomie, Federn und Hahnenkämpfe. Die FR schwebt auf den Versen von Nasima Sophia Razizadeh in eine himmlische Utopie. Die SZ lässt sich von Volker Perthes "Die Multipolarisierung der Welt" erklären. Dlf wird in den unheimlichen Strudel von Joana Bators Erzählband "Die Flucht der Bärin" hineingezogen.  Mehr...

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Für das innere Ohr bestimmt

23.02.2026. Die Berlinale ist zu Ende: Die Kritiker sind glücklich, dass Sandra Hüller als beste Hauptdarstellerin mit dem Silbernen Bären und İlker Çatak für seinem Film "Gelbe Briefe" mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet wurden. Den ängstlich umschifften Eklat um den Gazakrieg gab es am Ende allerdings doch. Gespaltener Meinung sind die Kritiker zu Jakob Noltes und Laura Linnenbaums Bühnenversion von Gorkis "Kinder der Sonne". Mehr Streit im politischen Theater wünscht sich die SZ. Die NZZ entdeckt in Bangkok das neue Dib Intenational Contemporary Art Museum. Die FAZ besucht Peter Kogler in seinem Atelier. Mehr...

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

Palimpsest der Zerstörung

23.02.2026. Der Ukrainekrieg dauert nun fast so lange wie der Erste Weltkrieg. Der in München lehrende Slawist Riccardo Nicolosi versucht in der FAZ herauszufinden, was Putin "eigentlich will": Es könnte auf eine Ausweitung des Krieges hinauslaufen. Die Zeitungen blättern mit Befremden durch ein neues Konkurrenzprodukt: Holger Friedrichs Ostdeutsche Allgemeine. Aber auch die Jubiläumsausgabe der Zeit befremdet die FAZ. Die NZZ erzählt, wie der Iran Propaganda macht - und wieviele Millarden Dollar das Regime dafür ausgibt. Mehr...

IM KINO

Sonderbar belebt

18.02.2026. Sonderbar entrückt ist die Welt, in der Bryan Fullers "Dust Bunny" spielt, von unserer Wirklichkeit. Viele interessante Ideen hat der Film, ein bisschen ratlos bleibt man trotzdem zurück. Von Nicolai Bühnemann. Mehr...

IM KINO

Bitte noch den Code eingeben, danke

18.02.2026. Auf einem Fahrrad rast die Hauptfigur in Boris Lojkines "Souleymanes Geschichte"  durch Paris. Als Bewegungsstudie ist der Film phänomenal - nur wird er bisweilen von seinem Hang zur Gefühlsmechanik ausgebremst. Von Lukas Foerster. Mehr...

FOTOLOT

Wie eine Krone aus lebenden Tieren

18.02.2026. Graciela Iturbide, eine der bedeutendsten Fotgrafinnen Mexikos, siedelt ihre Fotografie bewusst an Schnittstellen an: von indigener und hispanischer Kultur, von Arm und Reich, von urbanen und ruralen Räumen, von Mann und Frau, von Leben und Tod. Sie fotografiert Zapoteken, tote Kinder, sich selbst, Vögel, Kakteen. Ihre Retrospektive im C/O Berlin ist ein Muss für alle Freunde der Fotografie.   Von Peter Truschner. Mehr...

MAGAZINRUNDSCHAU

Unterwäsche, Ketamin und Munition

17.02.2026. New Lines erzählt, wie sich die Mullahs im Iran die Taschen voll machen. Respekt zeichnet nach, wie der tschechische Premier Andrej Babiš versucht, die Kontrolle über die Medien zu übernehmen. Wie Kirchen, Königshäuser und Staaten seit eher probierten, die Kontrolle über Nachrichten zu behalten, lernt die LRB beim Blick in die Geschichte der Postsysteme in Europa.  In Le Grand Continent erklärt der Historiker Amaury Coulomb, warum die AfD den Mythos vom deutschen Wald wiederbelebt. Aktualne feiert die tschechische Komponistin Vítězslava Kaprálová, die nicht weniger wollte, als alle drei B-B-B zu übertrumpfen. Mehr...

EIN WORT GIBT DAS ANDERE

Auf dem Mars ein Spiegelei

16.02.2026. Jill Lepore sprach bei den "Hegel lectures" über den Aufstieg und Fall des "Artificial State". Im jetzigen Stadium sei der "Artificial State" nur mehr eine Agentur eines Kumpelnetzwerks, das man samt Teflon-Pfannen ins Weltall schicken möchte. Aber der Aufstieg begann laut Lepore nicht erst im digitalen Zeitalter, sondern bereits mit dem ersten Wahlkampf John F. Kennedys. Und der Fall? Von Elke Schmitter. Mehr...

VORGEBLÄTTERT

Susanne Heim: Die Abschottung der Welt

09.02.2026. Viele Juden versuchten in den 1930er Jahren verzweifelt, sich aus Nazi-Deutschland ins Ausland zu retten. Doch Aufnahme zu finden, wurde immer schwieriger. Auch auf der internationalen Konferenz von Evian 1938 konnten sich die teilnehmenden Staaten nicht auf Aufnahmekontingente einigen. Nach Kriegsbeginn flohen vor allem polnische Juden Richtung Osten in die Sowjetunion und später in den Iran, wo Margot Kupfer und ihr Mann landeten, nachdem sie erst ins sowjetische Jakutien deportiert worden waren. Eine Leseprobe aus Susanne Heims Buch "Die Abschottung der Welt".  Mehr...

BÜCHERBRIEF

Finden Sie Ihre Madeleine!

09.02.2026. ... ermuntert ein Arzt die an Gedächtnisverlust leidende Heldin aus Leila Slimanis neuem hochgelobten Roman "Trag das Feuer weiter". Uns reicht es schon, wenn Sie sich einfach eine Madeleine schmecken lassen bei der Lektüre der besten Bücher, die wir diesen Monat für Sie ausgesucht haben: Etwa "Die andere Stadt", den jetzt erst in Deutsche übersetzten Roman des Tschechen Michal Avjat, der Miniatur-Elche und Meeresmonster durch ein mystisches Prag ziehen lässt. Wolfram Lotz hat derweil Träume aus ganz Europa zusammengetragen. Beste Gesellschaft sind die russischen Künstler, die Felix Philipp Ingold im Pariser Exil aufstöbert. Mehr...

TAGTIGALL

Ein Ohrenmensch

27.01.2026. Am 2. Januar ist Ilma Rakusa, eine der grandes dames unter den Lyrikerinnen, Kritikerinnen und Übersetzerinnen, 80 Jahre alt geworden. Am 22. Januar 2026, fand im Berliner Haus für Poesie eine Feier für sie statt. Die Lyrikerin Anja Utler führte das Gespräch. Im Mittelpunkt stand Rakusas jüngster Band, "Wo bleibt das Licht. Tagebuchprosa", der 2025 im Literaturverlag Droschl erschien. Von Marie Luise Knott. Mehr...

INTERVENTION

Benennen und sprengen

21.01.2026. Gern wird beim Thema "Linke und Iran" auf Michel Foucaults begeisterte Äußerungen zur iranischen Revolution hingewiesen. Gut so, aber die deutsche Geschichte beginnt früher und war eher noch fataler. Und der Schulterschluss der Linken mit den iranischen Mullahs setzt sich auch lange nach der Revolution noch fort. Von Thierry Chervel. Mehr...

WO WIR NICHT SIND

Bekenntnis zur unbedingten Erinnerung

21.01.2026. Anatoli Kusnezows "Babyn Jar" ist vieles auf einmal: Roman, Dokument eines der grausamsten Judenmorde der Nazis im Zweiten Weltkrieg, aber auch eine Geschichte der Zensur. Denn der Roman durfte in der Sowjetunion nur bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt erscheinen. Kusnezow macht dies typografisch kenntlich. Vor allem ist der Roman jedoch Zeugnis der Naziherrschaft in der Ukraine, erzählt aus der Perspektive eines 12-Jährigen, der nie den Blick senkt. Von Benita Berthmann. Mehr...

IN EIGENER SACHE

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

18.12.2025. Der Perlentaucher hat inzwischen 110.543 Rezensionsnotizen zu 67.013 Büchern. Wir spiegeln die qualifizierte literarische Öffentlichkeit dieses Jahrhunderts. Zuverlässige Information ist gerade in unzuverlässigen Zeiten wichtig: Wir machen seit dem dem 15. März 2000 eine tägliche Feuilleton-Presseschau. 500.000 verschiedene Menschen besuchen den Perlentaucher monatlich mindestens einmal. Besonders danken möchten wir 2.000 unter ihnen, die uns monatlich mit einem  freiwilligen "Abo" unterstützen.  Von Thierry Chervel. Mehr...

SPENDEN

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24.11.2021. Der Perlentaucher bietet seinen Service für die Leser kostenlos und möchte dabei bleiben. Falls Sie uns unterstützen mögen - regelmäßig oder einmalig - freuen wir uns! Hier finden Sie verschiedene Möglichkeiten. Mehr...