Kampf und Kommunikation

Können wir von der Geschichte lernen?  Lernen Historiker selbst voneinander? Ein Wort gibt das andere von Elke Schmitter

BÜCHERSCHAU DES TAGES

Gegenwelt des Glücks

08.06.2026. Die NZZ bewundert, wie Peggy Mädler in ihrem DDR-Roman die Pulsfrequenzen ihrer das Glück suchenden Figuren erspürt. Die FR schwärmt von Daniela Chanas Gedichtband "Affäre mit einem Erzähler". Die SZ liest bei Antonio Scurati gebannt vom dunklen Ende Mussolinis. Für Dlf Kultur ist Oliver Bottinis Roman "Die Summe aller Dinge" über die Cum-Ex-Affäre der wichtigste Krimi des Jahres. Und Dlf feiert William Dalrymples Buch über den Aufstieg der East India Company als "Meisterwerk". Mehr...

BÜCHERBRIEF

Revolution in Gedanken

08.06.2026. Die Bücher in unserem neusten Bücherbrief machen Mut, Spaß und klären auf: Heike Geißler schickt eine Kohlhaas-Wiedergängerin durch die Lande, um die Alltagstauglichkeit von Rebellion zu testen. Julia Webers feministische Hexe verzaubert uns in Rotkehlchen. Raha Nik-Andisch erzählt in Echtzeit vom Leben in Teheran. Stephen Greenblatt leuchtet mit Christopher Marlowe die Schattenseiten der Renaissance aus. Und Francis Fukuyama beharrt zwar weiterhin auf dem Ende der Geschichte, hat aber trotzdem ein paar Ideen für eine bessere Zukunft. Dies alles und mehr in unseren besten Büchern des Monats Juni.  Mehr...

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Defekte in der Matrix

08.06.2026. Wie funktioniert eigentlich Theater, fragen sich die Kritiker nach dem neuen Schimmelpfennig in Stuttgart. Ein Teheraner Revolutionsgericht hat die Haftstrafe gegen Jafar Panahi bestätigt, meldet die SZNastassja Kinski hat in der Debatte mit Wim Wenders eher einen Pyrrhussieg errungen, kommentiert die Welt. Die NZZ ist hyped auf das Zürcher Konzert von Kaytranada. Antoni Gaudís Tod ist nun hundert Jahre her, die FAZ erinnert an seine Architektur zwischen Kunst und katalanischer Unabhängigkeit. Ebenfalls die FAZ bestaunt in Venedig die Kunst von Tadeusz Kantor, einem existenzialistischen Surrealisten.  Mehr...

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

Die Chance wäre gewaltig

08.06.2026. Caroline Fetscher liest für die Frankfurter Hefte das kulturpolitische Programm der AfD für die Wahlen in Sachsen-Anhalt: Man fordert mehr Russisch. Die SZ fragt, bis wann eine Frau ein Mädchen ist. Die Stadt Düsseldorf kassiert ihren Plan für einen Opern-Neubau ein: So könnte es vielen Projekten ergehen, fürchtet die FAZ. Wenn es den Iranern gelingt, ihr islamistisches Regime abzuwerfen, wird eine weltpolitische Wende eintreten, meint der Historiker Kijan Espahangizi in der NZZ. Mehr...

ESSAY

Liebe, Rache, Algorithmus

05.06.2026. Microdramen erreichten in China vergangenes Jahr bereits knapp 700 Millionen Nutzer, auch in Nordamerika und Europa werden sie bereits produziert: Vulgäre Seifenopern fürs Smartphone, billig produziert - von Klick zu Klick geht es von einer grobschlächtigen Szene zur nächsten. Der gut situierten Großstädterin gefällt's: Die nächste Stufe der Industrialisierung des Erzählens ist erreicht. Von Tilman Baumgärtel. Mehr...

IM KINO

Wenig Geld und keine Anerkennung

03.06.2026. Den Unsichtbaren dieser Gesellschaft widmet sich Kilian Armando Friedrich in seinem eindrücklichen Debütfilm "Ich verstehe Ihren Unmut". Im Zentrum steht Heike, die als Objektleiterin bei einer Reinigungsfirma angestellt und mit ihren Kräften am Ende ist. Von Alice Fischer. Mehr...

MAGAZINRUNDSCHAU

Was hast du da nur angerichtet, Edelfeder?

02.06.2026. Nach Putin wird es ein russisches Game of Thrones geben, weiß Istories, denn rivalisierende Clans bringen sich bereits in Stellung. Die LRB staunt derweil, wieviele verschiedene Ideologien unter Putin florieren dürfen, solange es nur gegen den Westen geht. Respekt weiß, warum der tschechische Premier Andrej Babiš ganz auf Longevity setzt. HVG und Elet es Irodalom träumen von einem Ungarn, in dem Partizipation und Medienfreiheit herrschen. Nehmt euch in acht vor hitzebeständigen Mikrobiomen, warnt der New Yorker: Sie sind überall. Newlines überwindet die Trennung von Mensch und Natur durch altarabische Dschahili-DichtungMehr...

EIN WORT GIBT DAS ANDERE

Kampf und Kommunikation

01.06.2026. In seiner Droysen-Lecture setzte Andreas Wirsching Geschichtswissenschaft und Gegenwart in Beziehung und nahm dabei drei große Vorgänger unter die Lupe: Thomas Macaulay, Jules Michelet und Heinrich von Treitschke. An dieser Stelle wurde mir die Vorgeschichte meines "Gefühls für Geschichte" schlagartig erhellt, und ich fragte mich, wie einst als Kind: Was hat das mit meinem letzten Weihnachtsgeschenk, dem schimmernden Nicky mit Feinrippbund zu tun? Von Elke Schmitter. Mehr...

TASCHENBÜCHERBRIEF

Taschenbücherbrief Mai 2026

26.05.2026. Eine Taschenbücherliste, wie sie der Perlentaucher für seinen Buchladen eichendorff21 macht, gibt es in Deutschland sonst nicht: Wir filtern die neu erscheinenden Taschenbücher nach Rezensionen der Originalausgaben. In unserer Taschenbücherliste befinden sich also nur Qualitätstitel. Im Mai mit Empfehlungen zu David Wagner, Gabriele Tergit, Monika Zeiner einer persönlichen Empfehlung von Perlentaucher Arnim Eisenhut. Von Arnim Eisenhut. Mehr...

FOTOLOT

Vom Feudalismus zum Neofeudalismus

26.05.2026. Kunsthandel. Kulturattaché. Stipendien. Kunstakademien. Künstlerhäuser. Mobilität. Kein Exklusivrecht auf ein Werk. Größtmögliche künstlerische Autonomie bei der Produktion. Man reibt sich verblüfft die Augen und muss sich nach der Neulektüre von Martin Warnkes neu edierten Buch über Hofkünstler eingestehen, dass die eine oder andere Überzeugung in Bezug auf die europäische Kunstgeschichte revidiert werden muss. Von Peter Truschner. Mehr...

VORWORTE

Diese Königin will keine Untertanen

18.05.2026. Dichter und Philosophen haben mit der Idee gerungen. Nun soll uns ausgerechnet ein Dienstmädchen vorleben, was Freiheit ist? Vorsicht, geschätzte Leserschaft: Catherine Guérards "Renata Wasweißich" tut das auf ungewohnte, zugleich bescheidene und ziemlich radikale Art - und zeigt nicht zuletzt auf, wie sich einem das eigene Denken dabei in den Weg stellen kann. Von Angela Schader. Mehr...

IN EIGENER SACHE

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

18.12.2025. Der Perlentaucher hat inzwischen 110.543 Rezensionsnotizen zu 67.013 Büchern. Wir spiegeln die qualifizierte literarische Öffentlichkeit dieses Jahrhunderts. Zuverlässige Information ist gerade in unzuverlässigen Zeiten wichtig: Wir machen seit dem dem 15. März 2000 eine tägliche Feuilleton-Presseschau. 500.000 verschiedene Menschen besuchen den Perlentaucher monatlich mindestens einmal. Besonders danken möchten wir 2.000 unter ihnen, die uns monatlich mit einem  freiwilligen "Abo" unterstützen.  Von Thierry Chervel. Mehr...

Beliebte Bücher

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Aus dem Norwegischen von Paul Berf. Wo ist dein Platz im Leben? Wohin gehörst du? Wo liegen deine wahren Gefühle?Wir schreiben das Jahr 1976. Syvert Løyning ist nach einer…