Lebensumstände

Einsamkeit ist keine Erkrankung, aber ein Modus, der Erkrankungen ermöglicht. Ein Wort gibt das andere von Elke Schmitter

Der Plot ist Slob

Robert Kagan erklärt, wie Iran den Krieg gewann. Geschichte des Sklavenhandels in der muslimischen Welt. Magazinrundschau

BÜCHERSCHAU DES TAGES

Mit einer gehörigen Portion Boshaftigkeit

23.05.2026. Die FAZ blickt mit Kiran Desai auf "Die Einsamkeit von Sonia und Sunny", die weder Tradition noch Freiheit glücklich macht. Wer die politische Lage in der Slowakei verstehen will, dem empfiehlt die FR Michal Hvoreckys Band "Dissident". Die SZ amüsiert sich mit Karine Tuils Roman "Die Liebeshungrigen" über die nicht unbeträchtlichen Macken der Pariser Hautevolée. Die taz lernt mit Benedikt Kaisers Band "Der Hegemonie entgegen" die  Strategie für eine identitäre rechte Revolution. Dlf Kultur geht mit Dagmar Knigge auf Spurensuche nach der Nazivergangenheit ihres Opas. Mehr...

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Ekstase, ist es das?

23.05.2026. Quo vadis, Kunst? Die Filmindustrie versucht sich auf die Verheißungen und Drohungen durch KI vorzubereiten, nimmt die Welt aus Cannes mit. Die FAS hört die Zukunft der Musik: Phonk, modulare Reizeinheiten für möglichst viele digitale Situationen. Die Welt bestaunt in der Londoner Zurbaran-Ausstellung ein Wunderwerk der Inwendigkeit. Die Theaterkritiker feiern im Hamburger Schauspielhaus das Stück der Stunde: Erich Kästners Weimarroman "Fabian", in der Adaption von Dušan David Pařízek. Mehr...

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

Der neue Faschismus und so weiter

23.05.2026. In der taz erzählt die iranische Autorin Mina Khani, wie es sich anfühlt, noch im Exil von den iranischen Schergen bedroht zu werden. Auch die Drohungen gegen Josef Schuster und Volker Beck zeigen für die FAZ die Aktivitäten der Mullahs auf deutschem Boden. Was passiert, wenn die AfD in Sachsen-Anhalt an die Regierung kommt, fragt die SZ. Die taz liest zur Beantwortung dieser Frage ein Buch des rechten Cheftheoretikers Benedikt Kaiser. In der FAS fordert Raphael Gross eine neue Vergangenheitsbewältigung. Mehr...

IM KINO

Ironische Dauerdistanz

20.05.2026. Guy Ritchie arbeitet schon seit Jahrzehnten an einem in sich konsistenten Werk, das sich, Film für Film, um die Dialektik von Kontrolle und Kontrollverlust dreht. Sein neues Werk "In the Grey" gehört nicht zu seinen besten, und ist doch wieder ein typischer Ritchie. Von Nicolai Bühnemann. Mehr...

MAGAZINRUNDSCHAU

Der Plot ist Slob

19.05.2026. Was genau ist Kapitalismus, fragt The Nation und sucht nach Antwort in Sven Beckerts Globalgeschichte desselben. Wie Iran den Krieg gewann gegen die USA, erklärt Robert Kagan in Atlantic. In Elet es Irodalom sprechen der Künstler Károly Klimó und der Philosoph László F. Földényi über Zivilisation und Kultur. Die London Review vertieft sich in eine Geschichte des Sklavenhandels in der muslimischen Welt. New Lines notiert im Sudan, wie der Drohnenkrieg jede Verantwortung verschleiert. Mehr...

IM KINO

Amtliche Aufforderungen

18.05.2026. Hagai Levi verfilmt die Tagebücher Etty Hillesums und versetzt sie ins Amsterdam der Gegenwart. Trotz kleiner Längen ist ihm ein würdiges filmisches Denkmal für eine beeindruckende junge Frau gelungen, die es konsequent ablehnte, sich retten zu lassen, zu sehen in der Arte Mediathek.  Von Alice Fischer. Mehr...

VORWORTE

Diese Königin will keine Untertanen

18.05.2026. Dichter und Philosophen haben mit der Idee gerungen. Nun soll uns ausgerechnet ein Dienstmädchen vorleben, was Freiheit ist? Vorsicht, geschätzte Leserschaft: Catherine Guérards "Renata Wasweißich" tut das auf ungewohnte, zugleich bescheidene und ziemlich radikale Art - und zeigt nicht zuletzt auf, wie sich einem das eigene Denken dabei in den Weg stellen kann. Von Angela Schader. Mehr...

EIN WORT GIBT DAS ANDERE

Lebensumstände, Unsicherheit, Sinnfragen etc.

12.05.2026. Einsamkeit ist keine Erkrankung, lehrte Prof. Dr. Mazda Adli, aber ein Modus, der Erkrankungen ermöglicht. Schuld ist der Kapitalismus. Um zu dieser Erkenntnis zu gelangen, musste man sich einen Weg durch enorme Schneisen und Flächen bahnen und entkräftet auf einer puppenrosa Riesenmöblierung Platz nehmen. Aber die Neurowissenschaften boten Trost: Unser Hirn ist plastisch und lebenslänglich zu Veränderung bereit. Von Elke Schmitter. Mehr...

VORGEBLÄTTERT

20 Jahre Zeitschrift für Ideengeschichte

11.05.2026. Die Zeitschrift für Ideengeschichte wird zwanzig Jahre alt! In einigen Tagen erscheint das Jubiläumsheft zum Thema "Türhüter". Es spürt der Autorität und den Mythen einer Grenzfigur nach, die auch beim Zeitschriftenmachen eine Rolle spielt, von Apostel Petrus an der Himmelspforte über das Vorzimmer im Kanzleramt bis in die Clubkultur. Wir freuen uns den Beitrag von Ralph Bollmann vorabdrucken zu dürfen: "Frau Baumann - Über den Zugang zur Kanzlerin". Mehr...

ESSAY

Im Haifischbecken der Aufmerksamkeitsökonomie

06.05.2026. Reels sind merkwürdige Hybride, ein Bastard aus den Eigenschaften der oralen Kultur und der Schrift- und Druckkultur. Einerseits bedienen sie sich in der Rede oft rhetorischer Mittel, die man bereits seit der Antike kennt. Andererseits sind sie aufgezeichnet und damit fixiert - wiederholt rezipierbar wie ein Text. Einübung in die "tertiäre Oralität", am Beispiel der steuerpolitischen Kommunikation von Zohran Mamdani. Von Tilman Baumgärtel. Mehr...

FOTOLOT

Sinn für die menschliche Tragödie

05.05.2026. Das Genre der Fotoreportage ist populär und oft überschätzt. Aber es gibt tolle Ausnahmen. Am besten funktionieren Arbeiten wie die von Göran Gnaudschun oder Miron Zownir, die ohne direkt formuliertes Anliegen daher kommen und ihren Gegenstand erforschen. Einige interessante Ausstellungen laufen zur Zeit in Berlin, Köln und anderswo. Von Peter Truschner. Mehr...

IN EIGENER SACHE

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

18.12.2025. Der Perlentaucher hat inzwischen 110.543 Rezensionsnotizen zu 67.013 Büchern. Wir spiegeln die qualifizierte literarische Öffentlichkeit dieses Jahrhunderts. Zuverlässige Information ist gerade in unzuverlässigen Zeiten wichtig: Wir machen seit dem dem 15. März 2000 eine tägliche Feuilleton-Presseschau. 500.000 verschiedene Menschen besuchen den Perlentaucher monatlich mindestens einmal. Besonders danken möchten wir 2.000 unter ihnen, die uns monatlich mit einem  freiwilligen "Abo" unterstützen.  Von Thierry Chervel. Mehr...

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