Auf dem Mars ein Spiegelei

Jill Lepore sprach bei den "Hegel lectures" über den Aufstieg und Fall des "Artificial State". Ein Wort gibt das andere von Elke Schmitter

IM KINO

Sonderbar belebt

18.02.2026. Sonderbar entrückt ist die Welt, in der Bryan Fullers "Dust Bunny" spielt, von unserer Wirklichkeit. Viele interessante Ideen hat der Film, ein bisschen ratlos bleibt man trotzdem zurück. Von Nicolai Bühnemann. Mehr...

BÜCHERSCHAU DES TAGES

Lügende Lilien

18.02.2026. Die FAZ lässt sich von Artur Becker ins Land der dreitausend Seen entführen, wo polnische Mythen und rauhe Sitten herrschen. Außerdem lauscht sie dem "kunstvoll verwobenen vielstimmigen Gesang" literarischer Stimmen im neuen Roman von Cecile Wajsbrot. Die FR reist mit dem Fotoband von Gregor Sailer an Stätte künstlicher Lebensmittelproduktion in Marrokko, am Polarkreis, aber auch auf dem Mond. Dlf Kultur lässt sich von der "tiefen Traurigkeit" der kulturkritischen Elegien Benjamin Steins bewegen. Dlf amüsiert sich prächtig, wenn Molly Keanes den anglo-irischen Landadel untergehen lässt.    Mehr...

IM KINO

Bitte noch den Code eingeben, danke

18.02.2026. Auf einem Fahrrad rast die Hauptfigur in Boris Lojkines "Souleymanes Geschichte"  durch Paris. Als Bewegungsstudie ist der Film phänomenal - nur wird er bisweilen von seinem Hang zur Gefühlsmechanik ausgebremst. Von Lukas Foerster. Mehr...

FOTOLOT

Wie eine Krone aus lebenden Tieren

18.02.2026. Graciela Iturbide, eine der bedeutendsten Fotgrafinnen Mexikos, siedelt ihre Fotografie bewusst an Schnittstellen an: von indigener und hispanischer Kultur, von Arm und Reich, von urbanen und ruralen Räumen, von Mann und Frau, von Leben und Tod. Sie fotografiert Zapoteken, tote Kinder, sich selbst, Vögel, Kakteen. Ihre Retrospektive im C/O Berlin ist ein Muss für alle Freunde der Fotografie.   Von Peter Truschner. Mehr...

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Melange aus Graus und Faszinosum

18.02.2026. Angela Schanelecs Berlinale-Film "Meine Frau weint" ist ein Filmgedicht in Straub-Huillet-Tradition, jubiliert die FR. Die FAZ fühlt sich in der einsamen Bahn, die der Film verfolgt, nicht ganz so wohl. Die SZ fragt sich, was mit dem Pritzker-Architekturpreis passieren wird, nachdem der Sohn des Stifters Thomas J. Pritzker in den Epstein-Files aufgetaucht ist. Der Bochumer Theaterskandal beschäftigt die Kritiker auch heute noch. Mehr...

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

Leichtfertige Unvernunft

18.02.2026. Am Samstag demonstrierten 250.000 Menschen in München gegen die Regierung im Iran. Doch wo war die Linke, fragt die SZ. Der Tagesspiegel macht sich Sorgen um die iranische Nobelpreisträgerin Narges Mohammadi, die misshandelt und herzkrank im Gefängnis sitzt. In der FR staunt der Historiker Frank Trentmann über den Provinzialismus der Europäer, die sich nicht auf ein gemeinsames Verteidigungskonzept einigen können. Le Point wundert sich nicht, dass auf einer Demo in Frankreich ein Linker einen Rechten totgetreten hat. Milliardäre wollen immer häufiger auch politische Macht, stellt Amitabh Behar von Oxfam International in der taz fest. Mehr...

MAGAZINRUNDSCHAU

Unterwäsche, Ketamin und Munition

17.02.2026. New Lines erzählt, wie sich die Mullahs im Iran die Taschen voll machen. Respekt zeichnet nach, wie der tschechische Premier Andrej Babiš versucht, die Kontrolle über die Medien zu übernehmen. Wie Kirchen, Königshäuser und Staaten seit eher probierten, die Kontrolle über Nachrichten zu behalten, lernt die LRB beim Blick in die Geschichte der Postsysteme in Europa.  In Le Grand Continent erklärt der Historiker Amaury Coulomb, warum die AfD den Mythos vom deutschen Wald wiederbelebt. Aktualne feiert die tschechische Komponistin Vítězslava Kaprálová, die nicht weniger wollte, als alle drei B-B-B zu übertrumpfen. Mehr...

EIN WORT GIBT DAS ANDERE

Auf dem Mars ein Spiegelei

16.02.2026. Jill Lepore sprach bei den "Hegel lectures" über den Aufstieg und Fall des "Artificial State". Im jetzigen Stadium sei der "Artificial State" nur mehr eine Agentur eines Kumpelnetzwerks, das man samt Teflon-Pfannen ins Weltall schicken möchte. Aber der Aufstieg begann laut Lepore nicht erst im digitalen Zeitalter, sondern bereits mit dem ersten Wahlkampf John F. Kennedys. Und der Fall? Von Elke Schmitter. Mehr...

VORGEBLÄTTERT

Susanne Heim: Die Abschottung der Welt

09.02.2026. Viele Juden versuchten in den 1930er Jahren verzweifelt, sich aus Nazi-Deutschland ins Ausland zu retten. Doch Aufnahme zu finden, wurde immer schwieriger. Auch auf der internationalen Konferenz von Evian 1938 konnten sich die teilnehmenden Staaten nicht auf Aufnahmekontingente einigen. Nach Kriegsbeginn flohen vor allem polnische Juden Richtung Osten in die Sowjetunion und später in den Iran, wo Margot Kupfer und ihr Mann landeten, nachdem sie erst ins sowjetische Jakutien deportiert worden waren. Eine Leseprobe aus Susanne Heims Buch "Die Abschottung der Welt".  Mehr...

BÜCHERBRIEF

Finden Sie Ihre Madeleine!

09.02.2026. ... ermuntert ein Arzt die an Gedächtnisverlust leidende Heldin aus Leila Slimanis neuem hochgelobten Roman "Trag das Feuer weiter". Uns reicht es schon, wenn Sie sich einfach eine Madeleine schmecken lassen bei der Lektüre der besten Bücher, die wir diesen Monat für Sie ausgesucht haben: Etwa "Die andere Stadt", den jetzt erst in Deutsche übersetzten Roman des Tschechen Michal Avjat, der Miniatur-Elche und Meeresmonster durch ein mystisches Prag ziehen lässt. Wolfram Lotz hat derweil Träume aus ganz Europa zusammengetragen. Beste Gesellschaft sind die russischen Künstler, die Felix Philipp Ingold im Pariser Exil aufstöbert. Mehr...

TASCHENBÜCHERBRIEF

Taschenbücherbrief Januar 2026

24.01.2026. Im Taschenbuch-Januar stehen die Preisträgerinnen Schlange! Zu entdecken gibt es Martina Hefters buchpreisprämierten Roman "Hey, guten Morgen, wie geht's dir?". Oder "Die Achse der Autokraten" von Friedenspreisträgerin Anne Applebaum. Und nicht zuletzt den Roman "Griechischstunden" von Literaturnobelpreisträgerin Han Kang, empfohlen von Arnim Eisenhut. Dies alles und mehr in unseren besten Taschenbüchern des Monats Januar. Von Arnim Eisenhut. Mehr...

TAGTIGALL

Ein Ohrenmensch

27.01.2026. Am 2. Januar ist Ilma Rakusa, eine der grandes dames unter den Lyrikerinnen, Kritikerinnen und Übersetzerinnen, 80 Jahre alt geworden. Am 22. Januar 2026, fand im Berliner Haus für Poesie eine Feier für sie statt. Die Lyrikerin Anja Utler führte das Gespräch. Im Mittelpunkt stand Rakusas jüngster Band, "Wo bleibt das Licht. Tagebuchprosa", der 2025 im Literaturverlag Droschl erschien. Von Marie Luise Knott. Mehr...

INTERVENTION

Benennen und sprengen

21.01.2026. Gern wird beim Thema "Linke und Iran" auf Michel Foucaults begeisterte Äußerungen zur iranischen Revolution hingewiesen. Gut so, aber die deutsche Geschichte beginnt früher und war eher noch fataler. Und der Schulterschluss der Linken mit den iranischen Mullahs setzt sich auch lange nach der Revolution noch fort. Von Thierry Chervel. Mehr...

WO WIR NICHT SIND

Bekenntnis zur unbedingten Erinnerung

21.01.2026. Anatoli Kusnezows "Babyn Jar" ist vieles auf einmal: Roman, Dokument eines der grausamsten Judenmorde der Nazis im Zweiten Weltkrieg, aber auch eine Geschichte der Zensur. Denn der Roman durfte in der Sowjetunion nur bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt erscheinen. Kusnezow macht dies typografisch kenntlich. Vor allem ist der Roman jedoch Zeugnis der Naziherrschaft in der Ukraine, erzählt aus der Perspektive eines 12-Jährigen, der nie den Blick senkt. Von Benita Berthmann. Mehr...

IN EIGENER SACHE

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

18.12.2025. Der Perlentaucher hat inzwischen 110.543 Rezensionsnotizen zu 67.013 Büchern. Wir spiegeln die qualifizierte literarische Öffentlichkeit dieses Jahrhunderts. Zuverlässige Information ist gerade in unzuverlässigen Zeiten wichtig: Wir machen seit dem dem 15. März 2000 eine tägliche Feuilleton-Presseschau. 500.000 verschiedene Menschen besuchen den Perlentaucher monatlich mindestens einmal. Besonders danken möchten wir 2.000 unter ihnen, die uns monatlich mit einem  freiwilligen "Abo" unterstützen.  Von Thierry Chervel. Mehr...

SPENDEN

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24.11.2021. Der Perlentaucher bietet seinen Service für die Leser kostenlos und möchte dabei bleiben. Falls Sie uns unterstützen mögen - regelmäßig oder einmalig - freuen wir uns! Hier finden Sie verschiedene Möglichkeiten. Mehr...

Beliebte Bücher

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Jana Hensel. Es war einmal ein Land - Warum sich der Osten von der Demokratie verabschiedet. Aufbau Verlag, Berlin, 2026.Jana Hensel: Es war einmal ein Land
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Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Norbert Gstrein. Im ersten Licht - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2026.Norbert Gstrein: Im ersten Licht
Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes…