Drei Energiefelder

Christoph Hochhäuslers "La Mort viendra" ist ein heißkalter Neo-Noir in einer unlesbaren Stadt. Im Kino mit Lukas Foerster

Wenn ich ernst sein könnte

Vorwort zu Rabih Alameddines "Die wirklich wahre Geschichte von Radscha, dem Gutgläubigen". Von Angela Schader

BÜCHERSCHAU DES TAGES

Heilen kann Literatur nicht

19.03.2026. Die FAZ lernt von Thomas Bedorf zwischen Situiertheit und Positionierung zu unterscheiden. Mit Ewald Iljenkow spekuliert sie über einen neuen Aggregatzustand der Menschheit. Die FR erlebt mit Slobodan Snjader ein halbes Jahrhunder jugoslawische Geschichte in einem Mietshaus. Als anregendes Stück Diskursgeschichte würdigt die Welt die neue Ausgabe der Zeitschrift für Ideengeschichte, die sich ganz Judith Butler widmet. Einen gelungenen "unsentimentalen Heimatroman" verdankt der Dlf Lukas Rietzschel. Mehr...

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Demokratisch und zugleich sexy

19.03.2026. Die FAZ erkennt bei der Performance "This resting, patience" von Ewa Dziarnowska und Leah Marojević in Dresden, dass in der Ruhe Erotik und Kraft liegt. Vom Leben im Wohlstand können Schriftsteller heute nur noch träumen, hält die NZZ fest. Der Perlentaucher öffnet mit Lea Hartlaubs eigenwilligem Film "sr" eine "Wunderkammer des Giraffenwissens". Taz und Tagesspiegel trauern um Bettina Köster, die die Postpunk-Szene mit ihren Bands Mania D und Malaria prägte.  Mehr...

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

So unerträglich kompliziert

19.03.2026. Die taz schildert das Massaker der sudanesischen Miliz RSF in El Fasher, das  langsam auch den Internationalen Strafgerichtshof bewegt. Wenn ein Staat von einem anderen in seinem Existenzrecht bedroht wird, dann hat er auch das Recht sich zu verteidigen, erklärt der Völkerrechtler Jürgen Bröhmer in der FAZ. Einen Vernichtungskrieg führt aber Israel, eine iranische Gefahr gibt es nicht, versichert  Bahman Nirumand in der taz. Bei den Salonkolumnisten blickt Ilko-Sascha Kowalczuk von Osten auf Habermas - das ist aber nicht seine vorteilhafte Seite. Er wolle keinen Kulturkampf, erklärt Wolfram Weimer in der Zeit, wo Thea Dorn auch fragt, ob der Verfassungsschutz wirklich die Hauptwaffe gegen Extremismus sein sollte. Mehr...

IM KINO

Tropfende Ekstase

18.03.2026. "Ist das so etwas wie ein Hobby?" Dezidiert kleinformatig ist Bradley Coopers famoser neuer Film geraten. In "Is This Thing On?" nähert er sich mit viel Feingefühl und Neugier einem Ü50-jährigen, der sich auf Stand-Up-Comedy-Bühnen erprobt. Von Kamil Moll. Mehr...

INTERVENTION

Disput am Tisch

18.03.2026. Zwischen dem Land des Despoten und allen anderen Ländern müsste eine Wüste liegen. Zu spät. Vor hundert Jahren wäre es noch möglich gewesen, den Despoten zu isolieren. Stattdessen wurde er umschmeichelt, man ließ sich auf Geschäfte ein mit ihm im Glauben, das stimme ihn mild. Doch ewig wird es nicht so bleiben, die Abnutzung kommt... Von Lacy Kornitzer. Mehr...

MAGAZINRUNDSCHAU

Armee untoter Code-Gespenster

17.03.2026. Reuters ruft David Jones ein freundliches "Hallo Banksy" zu. Die New York Times beobachtet amüsiert, wie Coder plötzlich kommunizieren müssen. In Meduza erklärt der russische Lehrer Pavel Talankin, warum in einer Diktatur der offene Käfig das größte Gefängnis ist. HVG überlegt, wie man eine Einmischung Russlands in den ungarischen Wahlkampf neutralisiert. Der New Yorker erklärt, warum man ohne Geld einen Krieg verliert, ihn mit Geld aber nicht unbedingt gewinnt. Mehr...

EIN WORT GIBT DAS ANDERE

Das Staatsbürgerliche der eigenen Existenz

13.03.2026. In der Urania unterhielten sich Roderich Kiesewetter und Christian Mölling, beides Experten, beide sehr ernst, über den drohenden Krieg. Sie stecken in einem Dilemma: wie ist dem deutschen Michel und seiner Schwester, die nach Jahrzehnten entsprechender Sozialisierung zu äußerster Harmlosigkeit herangereift sind, die Dringlichkeit der Lage bewusst zu machen? Von Elke Schmitter. Mehr...

VORWORTE

"Wenn ich ernst sein könnte, dann wäre ich ernst"

12.03.2026. Die Themen, die sein Werk umkreist, sind gewichtig genug. Libanons traumatische Geschichte; Homosexualität und Aids-Epidemie; Flüchtlingskrise; Figuren, die vom Leben an den Rand gedrängt werden. Rabih Alameddine geht diese Stoffe couragiert und eigenwillig, mit Ironie und Witz an, riskiert dabei auch mal einen Misston. Doch sein jüngster, in den USA mit dem National Book Award gekrönter Roman ist zum Triumph geraten. Von Angela Schader. Mehr...

FOTOLOT

Kleine Brötchen

10.03.2026. Wie schafft man es als neuer Fotograf, wahrgenommen zu werden? Der Betrieb wirkt derart abgeriegelt, dass kaum noch Eingänge zu finden sind. Gerade mal alle paar Jahre schafft es ein Talent, all die bürokratischen Hürden, die kunstfernen Richtlinien bei der Förderung, die bescheidenden Verhältnisse an den (Fach-)Hochschulen, bei denen es meist nur zu einer soliden Grundausbildung reicht, zu überstehen und sichtbar zu bleiben. Von Peter Truschner. Mehr...

INTERVENTION

Wunsch nach Orientierung

09.03.2026. Kaum hatten die Feuilletons die Diskussion um die Berlinale und ihre Chefin Tricia Tuttle verkraftet, mussten sie sich einer neuen Herausforderung stellen: Der zuverlässig instinktlos agierende Kulturminister Wolfram Weimer hatte ein paar harmlose linke Buchläden von einer Preisliste gestrichen, die eine willkommene kleine Subvention mit sich bringt. Kuriosität am Rande: Einst waren Buchhandlungen stolz darauf, keine Staatsgelder zu wollen. Von Peter Mathews. Mehr...

VORGEBLÄTTERT

Ulli Kulke, Reinhard Mohr (Hrsg.): "Wenn das Denken die Richtung ändert"

03.03.2026. Sich als links Lesende haben eine Hauptbeschäftigung: Sie definieren, wer "rechts" ist. Die so produzierte Geografie ist in den Köpfen zur Mentalität geworden. Einige deutsche Intellektuelle wie Henryk M. Broder, Reinhard Mohr, Monika Maron, Peter Schneider erzählen in dem Band "Wenn das Denken die Richtung ändert", warum es ihnen nicht mehr sinnvoll erscheint, sich "links" zu verorten. Aus dem Band veröffentlichen wir Ulrike Ackermanns autobiografischen Essay "Einmal Dissident, immer Dissident?" Sie erzählt, wie die westliche Linke seit 1968 in ihren Augen intellektuell verkümmerte. Und "dass die Linke antitotalitäre Impulse und Traditionslinien mehrheitlich verachtete oder totschwieg, habe ich ihr nie verziehen". Mehr...

IN EIGENER SACHE

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

18.12.2025. Der Perlentaucher hat inzwischen 110.543 Rezensionsnotizen zu 67.013 Büchern. Wir spiegeln die qualifizierte literarische Öffentlichkeit dieses Jahrhunderts. Zuverlässige Information ist gerade in unzuverlässigen Zeiten wichtig: Wir machen seit dem dem 15. März 2000 eine tägliche Feuilleton-Presseschau. 500.000 verschiedene Menschen besuchen den Perlentaucher monatlich mindestens einmal. Besonders danken möchten wir 2.000 unter ihnen, die uns monatlich mit einem  freiwilligen "Abo" unterstützen.  Von Thierry Chervel. Mehr...

SPENDEN

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24.11.2021. Der Perlentaucher bietet seinen Service für die Leser kostenlos und möchte dabei bleiben. Falls Sie uns unterstützen mögen - regelmäßig oder einmalig - freuen wir uns! Hier finden Sie verschiedene Möglichkeiten. Mehr...

Beliebte Bücher

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