Die bessere Welt der Träume

Fatih Akins metaphysischer Liebesfilm "Geister" spielt mit Differenzen und Gemeinsamkeiten zwischen Kulturen. Im Kino mit Nicolai Bühnemann

Literaturbeilagen

Wir haben alle Kritiken der Zeitungen aus den Beilagen im Oktober 2026 ausgewertet. Sämtliche Notizen finden Sie hier.

BÜCHERSCHAU DES TAGES

Das Gehen und das Hören

07.11.2026. Daniel Kehlmanns neuer Roman "Afrika" entzweit die Kritiker. Wieder einmal beweist sich Kehlmann als Meister des historischen Schelmenromans, freut sich die Welt. Die SZ ist enttäuscht - das geschehene Unrecht der Afrikakonferenz werde kaum angesprochen. Die NZZ empfiehlt Paulus Hochgatterers Roman "Mio und die Unsterblichkeit"als leichtes Buch über ein düsteres Thema. Dlf Kultur amüsiert sich prächtig in Alain Claude Sulzers heiterem Theaterroman "Szenenwechsel". Mehr...

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Oh, sagt er

07.11.2026. Die FAZ bestaunt im Luxemburger Mudam den Aufbruch japanischer Künstlerinnen der Fünfziger in die Moderne. Am Berliner Ensemble verzweifeln die Kritiker: Hamlet ist bei Ersan Montag zwar schwul, aber das klärt die Lage in Dänemark auch nicht. Die taz begutachtet den Bücherschaden, der durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine entstanden ist. Ebenfalls in der taz hofft Daniel Barenboim weiter, dass Musik Israelis und Palästinenser einander näherbringen kann. Die Menschen sind unterfordert, verteidigt in der FAS die neue Intendantin des Maxim Gorki Theaters, Çağla Ilk, ihr Konzept, Theater mit Kunst zu verbinden. Mehr...

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

Ein Prozess, den sie "Uncivilisation" nennen

07.11.2026. Mit Erleichterung, aber nicht ohne Misstrauen blicken Yascha Mounk in der taz und Richard Sennett in der FR auf den Ausgang der Zwischenwahlen in den USA. In der taz spricht Raphael Gross, Direktor des Deutschen Historischen Museums, über Kolonialismus und Holocaust. In der SZ wirft Dan Diner zum 9. November einen Blick auf das deutsch-französische Problem. In der FR erklärt der Historiker Frank Trentmann, wie Populismus wirklich zu verstehen ist.  Mehr...

IM KINO

Schulterschluss mit dem Monster

04.11.2026. Rauschhaftes Blockbuster-Hochgefühl ermöglicht der neue japanische Godzilla-Film, inszeniert von Takashi Yamazaki. In "Godzilla Minus Zero" bekommt es die allseits beliebte Riesenechse mit einem seiner legendärsten Widersacher zu tun: dem dreiköpfigen Ungeheuer King Ghidora. Von Kamil Moll. Mehr...

MAGAZINRUNDSCHAU

Wo wild die Wildgeword'nen streiten

03.11.2026. In Eurozine erklärt der ukrainische Autor Mykola Riabchuk, warum die Ukrainer so am Habsburgerreich hängen. Der New Yorker fragt, warum die Alzheimer-Forschung sich auf Menschen konzentriert, die gar keine Symptome zeigen. Seznam Zprávy weiß, wie es der tschechische Kulturminister Oto Klempíř in kürzester Zeit geschafft hat, sich die tschechische Kulturszene zum Feind zu machen. Die London Review of Books taucht ein ins wenig glamouröse Alltagsleben im Römischen Reich. Der Merkur erkennt in einem Pariser Keller: "Ja heißt ja" ist auch noch nicht die Lösung. Und die Blätter denken über Ethik und KI im Krieg nach. Mehr...

FOTOLOT

Mit alltäglichen Materialien

02.11.2026. Hinweis auf zwei Ausstellungen bedeutender, schwarzer Fotografinnen: Das Wiener Foto Arsenal zeigt eine Einzelausstellung von einhundertzwanzig Arbeiten der 1972 geborenen, südafrikanischen Fotografin Zanele Muholi, die dieses Jahr mit dem Hasselblad Award ausgezeichnet wurde. Grandios sind die Selbstporträts der Künstlerin, die sich nicht scheut, den Umgang mit Homosexuellen im neuen Südafrika zu geißeln. Im C/O Berlin gibt es bis Februar die Retrospektive "The Heart of the Matter" von Carrie Mae Weems zu sehen. Von Peter Truschner. Mehr...

EIN WORT GIBT DAS ANDERE

Das Anekdotische entlastet doch enorm

28.10.2026. Roberto Simanowski macht den Auftakt einer Ringvorlesung der Humboldt-Universität zum Thema Künstliche Intelligenz. Es ist das Anliegen des Redners, sein Publikum vor Hybris wie vor Koma zu bewahren: Wir sollten uns nicht souveräner fühlen, als wir - als naturgemäß naive Nutzer -  nun einmal sind und der Serendipity unseres Lebens immer wieder Chancen geben. Der tägliche Gang aus der selbst verschuldeten Unmündigkeit ist das, was der Medienforscher am dringlichsten empfiehlt. Von Elke Schmitter. Mehr...

IN EIGENER SACHE

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

18.12.2025. Der Perlentaucher hat inzwischen 110.543 Rezensionsnotizen zu 67.013 Büchern. Wir spiegeln die qualifizierte literarische Öffentlichkeit dieses Jahrhunderts. Zuverlässige Information ist gerade in unzuverlässigen Zeiten wichtig: Wir machen seit dem dem 15. März 2000 eine tägliche Feuilleton-Presseschau. 500.000 verschiedene Menschen besuchen den Perlentaucher monatlich mindestens einmal. Besonders danken möchten wir 2.000 unter ihnen, die uns monatlich mit einem  freiwilligen "Abo" unterstützen.  Von Thierry Chervel. Mehr...